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Unsere Tracht!


Trachten sind ein Teil unserer Volkskultur und waren immer ein Spiegel der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung unseres Landes. Wenn sie auch aus unserem täglichen Leben verschwunden sind, so können sie in einer Zeit des Identitätsverlustes und der Entwurzelung Gemeinschaft und Zugehörigkeitsgefühl schaffen.

Ob es die trachtentragenden Vereine, Berufsgruppen wie die Bäuerinnen oder Privatpersonen sind, die Trachtenpflege verlangt von jedem viel Einfühlungsvermögen und Achtsamkeit. Wird sie im Sinne von Tradition, das bedeutet die Weitergabe von Wissen, Fertigkeiten und Werten, betrieben, stellt die Trachtenpflege eine Brücke vom Gestern über das Heute ins Morgen dar. Die Beschäftigung mit der Tracht ist etwas ungeheuer Spannendes und Vielfältiges.

Trachten sind nie Uniformen sondern immer ganz eng mit dem Träger oder der Trägerin verbunden, also etwas Unverwechselbares und Einmaliges. Wer über entsprechendes Hintergrundwissen zur Tracht verfügt, wird sich ihrer historischen und aktuellen Bedeutung bewußt sein und sie mit Würde tragen.

Quelle: http://www.heimatschutzverein.at/arbeitsgruppen_lebendige-tracht.php

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DIE FRAUENTRACHT


Innsbrucker Umgebung, Oberinntal bis Imst, Sommerlicher Miedertracht

Das Leibchen ist aus schwarzem oder dunkelfarbigen Seidenstoff mit eingewebten Blümchen. Es kann aber auch glatter schwarzer Wollstoff in Weberichtung mit einem kleinen feinen Blumenmuster bestickt, oder Wollbrokat verwendet werden, bei dem dann das Webmuster ausgestickt wird.

Armaussschnitt, Vorderkante und der spitze Ausschnitt im Leiblrücken werden – wie im Bilde gezeigt – mit rotem Trachtenband besetzt. Farblich dazu passende, quer abgenähte rote Samtbänder zieren in drei Doppelreihen den Rückenteil. Der oben mit rotem Trachtenband besetzte Brustlatz aus dem Leiblstoff wird mit einem schönen Blumen – oder Lebensbaummotiv bestickt. Er kann aber auch noch mit einer zarten Goldstickerei und einer feinen Goldspitze verziert sein.

Die Schürze ist glattbau, aus sehr feinem Leinen, Wolle oder Seidenleinen. Besonders festlich wirkt ein schwarzer, in schöner Musterung broschierter Reinseidenschurz.

Die Bluse unter dem Miederleibchen ist aus feinerem Leinen mit einer Hals- und Ärmelkrause aus handgeklöppelter breiter Spitze. Um den Hals kann der schwarze Seidenflor gelegt werden, der beidseitig unter die Achselteile des Mieders gesteckt wird. Dieses Band bedeutet angeblich, die Trauer über den Verlust des Landes Südtirol

 

DIE LEDERHOSE


Die traditionelle kurze Lederhose, umgangssprachlich auch „Kurze“ genannt, ist knielang. Das ermöglicht die lauten Schnalz-Geräusche beim Schuhplatteln. Als Material wird heute teilweise auch Laponialeder (ein Nubukleder) verwendet. Bei industriell gefertigten Hosen wird oft auch Wildbockleder eingesetzt. Rindsleder wird nur bei industrieller Massenware verwendet. Die Hose ist meist mit weißen, grünen oder gelben Stickereien verziert. Bei billigeren Lederhosen wird häufig Maschinenstickerei verwendet. Sie unterscheidet sich von der teureren Handstickerei vor allem dadurch, dass das Leder durchstochen wird, während es bei einer Handstickerei nur angestochen ist und sich daher die bestickten Felder reliefartig aufwölben. Ein Qualitätsmerkmal von aufwändig verarbeiteten und handgearbeiteten Lederhosen ist heute auch die Säcklernaht. Bei dieser Naht werden die Lederkanten nach außen sichtbar, als gelbe Naht, zusammengenäht und zusätzlich helle Lederstreifen zwischen die Lederkanten gelegt. Traditionelle Lederhosen haben eine sehr lange Haltbarkeit. Bei regelmäßigem Gebrauch wird allerdings die zunächst raue und matte Oberfläche abgenutzt. Solche älteren Lederhosen mit Speckglanz werden umgangssprachlich auch als „Krachlederne“ bezeichnet.

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